Das Therapiekonzept im Einzelnen

In den wöchentlich zweimal stattfindenden Einzelgesprächen wird unter Einbezug aller relevanten Informationen ein plausibles Erklärungsmodell der Entstehung und Aufrechterhaltung erarbeitet. Die Ermittlung und Beschreibung der körperlichen, kognitiven und im Verhalten gezeigten Korrelate der Angst sind weiterer Gegenstand in dieser Informationsphase. Im nächsten Schritt wird dieses Wissen auf die alltäglich erlebten Situationen übertragen, um Alternativen zu entwickeln, die mit einer signifikant reduzierten Angst einhergehen. Die Exposition gegenüber den bislang gemiedenen Situationen wird im Hinblick auf die individuelle Bewertung und Einschätzung therapeutisch supervidiert und ausgewertet. Die Situationen werden nach subjektiv empfundener Schwere vorab hierarchisiert, so dass das explizite Vorgehen dabei stets auf die momentanen Fähigkeiten des Einzelnen abgestimmt ist.

Nach Möglichkeit wird diese praktische Phase bereits in der Klinik oder Umfeld umgesetzt. Für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt besteht nun eine ausreichende Grundlage, um das erworbene Wissen im Alltagskontext umzusetzen. Bei abschätzbar langwierigeren Verläufen wird die Inanspruchnahme einer weiterführenden Behandlung vorbereitet. Da vor allem phobische Ängste aus gesellschaftlichen Gründen schambesetzt sind und die Inanspruchnahme psychotherapeutischer Unterstützung - evtl. verchronifizierend - nicht in Betracht gezogen worden ist und dieses in unserer Klinik erstmalig geschehen ist, eröffnet sich mit einer weiterführenden Psychotherapie die mittelfristige Bewältigung der die Lebensqualität einschränkenden Ängste.

Das vorgenannte Vorgehen ist durch die jeweils individuell-inhaltliche Ausrichtung für alle oben dargestellten Formen der Angst geeignet. Bei der generalisierten Angststörung ist dies mehr auf die vorher protokollierten Sorgen zentriert, was die Grundlage für eine entsprechende Konfrontation und Auseinandersetzung bildet.