Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) oder auch Tiefenmuskelentspannung nach Edmund Jacobson hilft dem Patienten, in einen Zustand tiefer Entspannung zu gelangen.

Dies wird durch bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen erreicht. Dabei werden nacheinander die einzelnen Muskel zunächst angespannt, die Spannung kurz gehalten und anschließend wieder gelöst.

Der Patient konzentriert sich dabei ganz auf diesen Wechsel und auf das, was er dabei fühlt.

Bei regelmäßiger Übung lernt der Patient, eine muskuläre Entspannung "auf Knopfdruck" herbeizuführen, was dann auch andere Zeichen körperlicher Unruhe wie Herzrasen, Schwitzen oder Zittern reduzieren kann. Auch Schmerzzustände, die durch Muskelverspannungen ausgelöst wurden, können durch diese Methode verringert werden.

Feldenkrais

Die Feldenkrais-Methode ist ein pädagogisches Konzept, das über das Bewusstmachen von Körperfunktionen und Bewegungen Körper und Geist zu neuen Erfahrungen verhelfen will.

Feldenkrais verstand die Körperhaltung eines Menschen nicht als statischen Zustand, sondern als einen dynamischen Prozess, der auf das Verhalten bezogen ist. Wie sich jemand bewegt und spricht, sein Auftreten und sein Ausdruck beruhen auf dem Bild, das er von sich selbst hat. Für Feldenkrais galten Bewegungsmuster als Muster des Lebens.

Das Verfahren (Gruppen- und Einzelunterricht) beruht darauf, dass sich der Lernende seiner muskulären Verhaltensmuster bewusst wird und sich klar macht, welche psychischen und mentalen Prozesse ihnen zugrunde liegen. So hat er die Möglichkeit, Neues zu lernen und die Muster zu verändern. Mit dieser Selbsterziehung gewinnt der Mensch die Freiheit, sich selbst neu zu gestalten. Und da an jeder Handlung Bewegung, Sinnesempfindung, Gefühl und Denken zugleich beteiligt sind, zieht die Veränderung einer dieser Faktoren automatisch die der anderen nach sich. Auf diese Weise kann also das Umlernen gewohnter Bewegungsmuster auch psychische Reaktionsmuster neu strukturieren.

Für diesen Prozess des Neulernens bedient sich Feldenkrais nicht der üblichen Art des akademischen Lernens, sondern er setzt auf das, was der Betreffende - im wörtlichen Sinn - am eigenen Leib erfährt (organisches Lernen).

In den Feldenkrais Gruppenstunden (ATM) liegen die Teilnehmenden zunächst auf dem Boden. Verbal angeleitet durch den Feldenkrais-Lehrer erforschen sie sich in kleinen Bewegungen, die sich im Verlauf einer Stunde zu größeren zusammenhängenden Bewegungsabläufen entwickeln.

Nicht das Einüben, sondern die Wahrnehmung der Bewegung ist das Wesentliche:

  • Wie viel Kraft wende ich an?
  • Wie koordiniere ich mich?
  • Wie atme ich?
  • Wie ist mein eigener Rhythmus?

Durch die verbalen Anweisungen des Feldenkrais-Lehrers wird ein individueller Lernprozess angeregt. Jedes Gruppenmitglied macht dabei seine eigenen Erfahrungen und lernt zu unterscheiden, was für ihn oder sie in diesem Augenblick richtig ist, und was nicht.

Kunst- und Gestaltungstherapie

In der Kunst- und Gestaltungstherapie kann inneres Erleben in nicht-sprachlicher, bildhafter Weise zum Ausdruck kommen. Dazu wird an früheste Fähigkeiten zum Malen bei jedem Menschen angeknüpft. Die begleitete Gestaltung emotionaler Inhalte kann entlastend und vitalisierend wirken, verschüttete Ressourcen können im Bild aufscheinen und stehen dann zur Bewältigung der Krankheit und des Alltags zur Verfügung.

Selbstmanagementgruppe

Unter Selbstmanagement versteht man die Fähigkeit, weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen durch selbständige Motivation, Zielsetzung, Planung Organisation, Lernfähigkeit und Erfolgskontrolle seine persönliche und berufliche Entwicklung zu gestalten.

Diese Kompetenzen sind bei einer psychischen Erkrankung häufig eingeschränkt. In der Selbstmanagementgruppe kommt der Patient mit anderen Betroffenen in Kontakt, es werden dort Themen besprochen, die unmittelbar im Alltag umgesetzt werden können und so die Alltagsfertigkeiten und Lebensqualität der Teilnehmer erhöhen.